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Payments-Radar 2026

<b>NEWS 03/2025</b><br><br> Mit dem Payments-Radar 2026 geben wir Ihnen einen umfassenden Überblick: Welche Entwicklungen haben den Markt geprägt? Welche regulatorischen Vorgaben sind bereits Pflicht, und wo lohnt sich ein strategischer Blick nach vorne? Und wie können Banken, Unternehmen und Payment-Dienstleister diese Trends nutzen, um sich 2026 und darüber hinaus erfolgreich zu positionieren?

12/08/25
Payments
Payments-Radar 2026

Einführung: Payments-Radar

Das Jahr 2025 war ein Wendepunkt für den europäischen Zahlungsverkehr. Mit der Umsetzung der Instant-Payment-Verordnung und der Einführung von Verification of Payee (VoP) wurde ein neues Fundament für schnelle und sichere Zahlungen gelegt.

Ab sofort gilt: Echtzeit ist der Standard und Sicherheit dabei fest integriert. Parallel dazu trat mit DORA erstmals ein europaweit einheitliches Regelwerk für digitale Resilienz in Kraft – eine Herausforderung für Banken und Dienstleister, die ihre Systeme und Prozesse auf ein neues Niveau heben mussten.

Doch neben der Regulierung wurden 2025 auch techno­logisch wichtige Weichen gestellt: Der digitale Euro rückte mit Pilotprojekten näher, Wallets und tokenisierte Zahlun­gen etablierten sich im Alltag und Realtime Analytics sowie künstliche Intelligenz eröffneten neue Möglichkeiten in Betrugserkennung, Kundenservice und Liquiditätssteuerung. Gleichzeitig haben neue Marktinitiativen wie der Bezahl­dienst Wero oder das SPAA-Scheme die Debatte um euro­päische Souveränität im Zahlungsverkehr neu entfacht.

Mit dem Payments-Radar 2026 geben wir Ihnen einen umfassenden Überblick: Welche Entwicklungen haben den Markt geprägt? Welche regulatorischen Vorgaben sind be­reits Pflicht, und wo lohnt sich ein strategischer Blick nach vorne? Vor allem: Wie können Banken, Unternehmen und Payment-Dienstleister diese Trends nutzen, um sich 2026 und darüber hinaus erfolgreich zu positionieren?

Dabei geben wir jeweils eine kurz- bis mittelfristige Hand­lungsempfehlung ab, wie Banken mit diesen Entwicklun­gen umgehen sollten.

Technology- & Infrastruktur-Trends

Parallel wurde die Preisparität eingeführt: Eine Instant-Zah­lung darf nicht teurer sein als eine normale SEPA-Überwei­sung.2 Damit ist Echtzeit nicht länger ein Premiumprodukt, sondern Standard.

Ein weiterer zentraler Baustein ist die Einführung der Verification of Payee (VoP). Seit Oktober 2025 müssen Zahlungsdienstleister bei SEPA-Überweisungen (SCT) und SEPA Instant Credit Transfers (SCT Inst) vor Ausführung prüfen, ob Name und IBAN des Empfängers übereinstim­men.3 Ziel ist es, Betrugsrisiken – insbesondere sogenann­te Authorised-Push-Payment-Betrugsfälle (wenn Kunden durch Täuschung selbst eine Überweisung autorisieren) – deutlich zu reduzieren.

Perspektive Vorteile Herausforderungen
Banken
  • Echtzeit wird zum Standardprodukt mit höherer Kundenzu­friedenheit
  • Chance für neue Geschäfts­modelle (Realtime Treasury, Request-to-Pay, Em­bedded Payments)
  • Wettbewerbsfähig­keit gegenüber Fin­Techs gestärkt
  • Anpassung von Core-Banking-Systemen, Frontend- und Com­pliance-Prozessen
  • Höhere Anforderun­gen im Sanktions­screening (tägliche Kontoprüfungen)
  • Investitionen in Fraud- und VoP-Systeme
Unternehmen
  • Sofortige Verfügbar­keit von Zahlungen (besseres Cash Management)
  • Reduziertes Betrugs­risiko durch VoP
  • Kundenfreundlichere digitale Bezahlop­tionen
  • Anpassung interner Prozesse (z. B. Buch­haltung, ERP)
  • Potenziell steigender Implementierungs­aufwand für Payment-Schnittstellen

Ausblick 2026: 2026 rückt für Banken und Unternehmen die stabile Umsetzung von Instant Payments in den Vordergrund: Neben der Pflicht zur durchgängigen 24/7-Verfügbarkeit und maximal Zehn-Sekunden-Ausführungszeit kommt die erste regulatorische Berichtspflicht über abgewickelte Zahlungen hinzu. Gleichzeitig steigt der Druck, Prozesse und Systeme für hohe Volumina und Betrugsprävention nachhaltig zu skalieren, da Instant Payments endgültig als Standard im europäischen Zahlungsverkehr etabliert sind.

Damit entsteht ein Markt für zusätzliche Dienstleistungen, die über die regulatorisch vorgeschriebenen Schnittstellen hinausgehen. Beispiele sind erweiterte Kontoinformatio­nen, intelligente Payment-Initiierung oder neue Value-Ad­ded-Services für Händler und Unternehmen.5 Für Banken bedeutet SPAA die Chance, APIs nicht mehr nur als Kosten­faktor, sondern als strategische Einnahmequelle zu nutzen.

2025 wurden die Adherence-Pakete und ein erstes SPAA Access Interface Toolkit veröffentlicht.6 Ab 2026 wird erwar­tet, dass sich erste Marktteilnehmer aktiv anschließen. Die Diskussion dreht sich dabei nicht nur um Technik, sondern auch um Governance, Pricing und Risikomanagement.

Ausblick 2026: Banken stehen vor der Entscheidung, ob sie SPAA lediglich beobachten oder sich als First Mover positio­nieren möchten. Wer früh dabei ist, kann Standards mitprä­gen und sich einen Wettbewerbsvorteil sichern, bevor SPAA mittelfristig zu einem festen Bestandteil des europäischen Open-Finance-Ökosystems wird.

Einen vertiefenden Einblick gibt der Blogbeitrag „SPAA als Schlüssel zu einem zukunftsfähigen Open-Banking-Modell“ auf BANKING.VISION7.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet der digi­tale Euro ein ergänzendes, europaweit einheitliches Zah­lungsmittel, das sowohl online als auch offline eingesetzt werden kann.9 Banken und Zahlungsdienstleister stehen vor der Aufgabe, ihre Systeme frühzeitig so anzupassen, dass der digitale Euro reibungslos in bestehende Bezahl­prozesse integriert werden kann.

Ausblick 2026: Mit dem Start der Umsetzungsphase könn­ten erste Pilotprojekte Realität werden.10 Damit rückt die Einführung des digitalen Euro, einer der größten Innova­tionen im europäischen Zahlungswesen seit der Bargeld­umstellung, einen entscheidenden Schritt näher.

Regulatory

Ziel war es, einheitliche Regeln für den gesamten europäischen Markt zu schaffen, unabhängig davon, in welchem Mitgliedstaat der Anbieter ansässig ist, um mehr Transparenz und Sicherheit für Unternehmen und Investoren auf dem Kryptomarkt zu gewährleisten.12 Durch MiCAR wird die Fragmentierung des europäischen Kryptomarktes verringert und die EU als globaler Wettbe­werber für digitale Vermögenswerte positioniert, was zu mehr Wettbewerb und größerem Vertrauen führt.

Ausblick 2026: Mit Ablauf der Übergangsfristen im Jahr 2026 wird MiCAR in der gesamten EU voll funktionsfähig sein – wodurch der Schwerpunkt auf die Durchsetzung, der Harmonisierung des europäischen Kryptomarktes und die Stärkung seiner globalen Wettbewerbsfähigkeit verlagert wird.

Im Rahmen von FiDA werden Banken, Versi­cherungen, Vermögensverwalter14 und andere Dateninha­ber verpflichtet sein, Drittanbietern einen standardisierten API-Zugang zu gewähren, wodurch Verbraucher mehr Kontrolle über ihre Finanzdaten und deren Verwendung bekommen. Ab 2026 wird sich der Schwerpunkt15 voraus­sichtlich von den Verhandlungen über die Gesetzgebung auf die Vorbereitung ihrer Umsetzung verlagern. Nach der Verabschiedung sollen die Bestimmungen 24 Monate nach Inkrafttreten gelten, was Finanzinstitute und andere Dateninhaber dazu veranlassen wird, mit der Anpassung ihrer Systeme zu beginnen und die Grundlagen für einen harmonisierten europäischen Rahmen16 für offene Finanz­dienstleistungen zu schaffen.

Ausblick 2026: 2026 wird der Schwerpunkt auf der Schaf­fung eines Rahmens für die praktische Umsetzung von FiDA liegen. Finanzinstitute und andere Dateninhaber müssen damit beginnen, ihre Systeme an die kommenden Anforderungen anzupassen, um sich auf einen europaweit einheitlichen Rahmen für Open Finance vorzubereiten.

Beide Regelwerke verfolgen das Ziel, Zahlungen sicherer, trans­parenter und effizienter zu machen, Betrugsrisiken besser zu adressieren und zugleich Innovationen wie Sofortzah­lungen und Open Banking zu fördern.19 Mit der voraus­sichtlichen Annahme von PSD3 und PSR im Jahr 2025 wird der Schwerpunkt ab 2026 auf der praktischen Umsetzung bei Banken, Zahlungsdienstleistern und anderen Markt­teilnehmern liegen. Nach dem Inkrafttreten ist mit einer Übergangsfrist von rund 18 Monaten20 zu rechnen, sodass die neuen Vorgaben ab 2027 in vollem Umfang zur An­wendung kommen dürften.

Ausblick 2026: 2026 wird der Schwerpunkt darauf liegen, die bestehenden Anforderungen aus PSD3 und PSR in kon­krete Umsetzungspläne umzuwandeln. Für Banken, Zah­lungsdienstleister und Fintechs bedeutet dies, dass zahl­reiche Anpassungen der aktuellen Prozesse, Systeme und Compliance-Strukturen erforderlich sein werden.

Mit Inkrafttreten am 20.05.202421 sind die EU-Mit­gliedstaaten verpflichtet, mindestens eine Wallet bereitzu­stellen22, die sowohl für offizielle als auch für private Dienste genutzt werden kann, wobei die Nutzer die volle Kontrolle über die freigegebenen Identitätsattribute haben müssen.23 Die Kommission hat im Juli 2025 erste Durchführungsbe­stimmungen veröffentlicht24, die zentrale Funktionalitäten, Schnittstellen und Zertifizierungsregeln definieren. Bis Ende 2026 sollten alle Mitgliedstaaten mindestens eine EU­DI-Wallet implementiert haben, die von öffentlichen Stellen akzeptiert werden muss.25 In der praktischen Anwendung bedeutet dies, dass Staaten, Behörden und Dienstleister da­mit beginnen müssen, Wallet-Infrastrukturen aufzubauen und Schnittstellen zu integrieren, um die Interoperabilität digitaler Identitäten in Europa zu erleichtern.

Ausblick 2026: 2026 wird damit zum Schlüsseljahr, in dem Mitgliedstaaten, Behörden und Dienstleister die notwendi­gen Grundlagen für die Einführung interoperabler digitaler Identitäten schaffen.

Künstliche Intelligenz

Beson­ders relevant ist dies für den Zahlungsverkehr, da KI dort bereits heute eine zentrale Rolle spielt – etwa bei Betrugs­erkennung, Know-your-Customer(KYC)- beziehungsweise Anti-Money-Laundering(AML)-Prüfungen und in Kunden­schnittstellen wie Chatbots. Durch den AI-Act wird verbind­lich festgelegt, welche Transparenz- und Risikomanage­mentpflichten hier gelten. Für Banken, Zahlungsanbieter und FinTechs bedeutet das, dass Innovationen im Bereich KI-gestützter Zahlungen künftig nur im Einklang mit euro­päischen Standards möglich sind.

Ausblick 2026: Das KI-Gesetz tritt in seine Umsetzungsphase ein, da die meisten Bestimmungen ab August 2026 angewendet werden müssen. Das bedeutet, dass KI-basierte Systeme von Zahlungsdienstleistern vollständig an die neuen Transparenz- und Governance-Anforderungen angepasst werden müssen.