banKIng3 – Drei Generationen, eine Vision
Die Finanzbranche steht vor einem Generationenwechsel – nicht nur in der Führung, sondern auch in der Technologie. banKIng³ zeigt, wie künstliche Intelligenz das Banking neu definiert und welche Rolle verschiedene Generationen in dieser Transformation spielen. Experten diskutieren über innovative KI-Anwendungen, regulatorische Herausforderungen und den Balanceakt zwischen Erfahrung und technologischer Disruption.
Unabhängig davon, ob Sie Teil der jungen Generation im Banking sind oder auf bewährtes Wissen setzen – banKIng³ liefert Ihnen die Insights, mit denen Sie die Zukunft aktiv mitgestalten können.
Women@AI – Chancen nutzen für mehr Diversität
In dieser Folge sprechen wir über ein Thema, das oft übersehen wird: Warum nutzen Frauen künstliche Intelligenz (KI) weniger als Männer – und was bedeutet das für unsere Arbeitswelt, insbesondere in der Finanzbranche? Wir werfen einen Blick auf Studien, Vorurteile, strukturelle Hürden und auf persönliche Erfahrungen unserer Gäste aus dem Frauennetzwerk.
Was muss passieren, damit Frauen nicht abgehängt werden, sondern die Chancen von KI aktiv mitgestalten? Wir sprechen über nötige Vorbilder, erste einfache Schritte, konkrete Use Cases und die Rolle von Führungskräften und Männern im Wandel. Eine Folge voller Denkanstöße, Mutmacher und konkreter Tipps.
Zu Gast in dieser Folge:
Zwischen Skepsis, Vorbildern und fehlendem Vertrauen
Die Gründe für die Zurückhaltung von Frauen bei der KI-Nutzung sind vielfältig – und oft tief verankert. Frauen bringen nachweislich ein höheres Risikobewusstsein mit und hinterfragen die Technologie kritischer. In vielen Fällen haben sie außerdem weniger technisches Selbstvertrauen, obwohl die Fähigkeiten durchaus vorhanden sind. Hinzu kommt: In der Tech-Welt fehlen häufig immer noch weibliche Vorbilder, die zeigen, wie souverän und selbstbestimmt man KI nutzen kann – gerade im beruflichen Kontext.
Die Folge: Viele Frauen beobachten, statt auszuprobieren. Sie sehen zwar die Potenziale, aber auch Risiken – zum Beispiel, ob die Ergebnisse der KI wirklich korrekt sind oder ob ihre Nutzung sie beruflich angreifbar macht. Das führt dazu, dass sie sich seltener mit den Tools vertraut machen oder sie in ihrer Arbeit einsetzen.
Ein zentrales Thema dabei: die fehlende Einbettung in ein unterstützendes Umfeld. Während viele jüngere Frauen – etwa aus der Gen Z – KI privat sehr wohl nutzen, fehlt ihnen im beruflichen Umfeld häufig die Sicherheit, die Technologie offen zu testen oder Fragen zu stellen. Genau hier können Unternehmen ansetzen: indem sie geschützte Lernräume und Austauschformate schaffen, in denen Unsicherheiten kein Nachteil, sondern Teil des Lernprozesses sind. Erste einfache Prompts, Praxisbeispiele oder interne Chatbots helfen dabei, die Einstiegshürde zu senken – ohne Druck, aber mit klarer Ermutigung.
Wer nicht mitentwickelt, wird von der Entwicklung überrollt
Das größte Risiko besteht darin, dass Frauen durch ihre geringere Beteiligung an der Nutzung und Gestaltung von KI langfristig aus Entscheidungsprozessen ausgeschlossen werden – und, dass ihre Perspektiven in den Systemen selbst nicht ausreichend abgebildet sind. Wenn Algorithmen auf Datensätzen trainiert werden, in denen weibliche Sichtweisen fehlen, entstehen Verzerrungen, die sich durch alle Lebens- und Arbeitsbereiche ziehen. Dieser Bias in KI betrifft weit mehr als nur Frauen – auch andere marginalisierte Gruppen laufen Gefahr, in der Entwicklung übersehen zu werden. Wenn KI zunehmend Aufgaben übernimmt, die bislang von einer vielfältigen Gesellschaft getragen wurden, ist es entscheidend, dass ebenso vielfältige Perspektiven in die Gestaltung einfließen. Nur so entsteht echte Innovation, die für alle funktioniert.
Viele Expertinnen und Experten sehen aktuell mehr Chancen als Risiken – gerade weil das Bewusstsein für Bias, Fairness und Diversität in der KI-Entwicklung wächst. Doch es braucht eben Menschen, die diese Themen nicht nur erkennen, sondern auch mitgestalten. Frauen, die mitreden, Fragen stellen, Use Cases hinterfragen und eigene Ideen einbringen.
Veränderung beginnt im Kleinen – und braucht alle
Führungskräfte, Netzwerke und männliche Kollegen können viel dazu beitragen, Frauen gezielt zu unterstützen. Das beginnt nicht bei der großen Strategie, sondern bei kleinen Gesten: dem offenen Gespräch, dem Raum zum Ausprobieren, dem Teilen von Erfahrungen. Und es bedeutet auch, Erfolge sichtbar zu machen – denn wer mit KI arbeitet, sollte dafür Wertschätzung erfahren, nicht Skepsis. Es braucht nicht den perfekten Prompt, sondern den ersten Schritt. Wichtig ist, dass sich Frauen in ihrer Kreativität und Neugier ernst genommen fühlen – und dass ihnen bewusst gemacht wird: KI ist kein Expertensystem für wenige, sondern ein Werkzeug für viele.
Unsere Gäste Martina Rosenow und Verena Ambros berichten in dieser Folge, wie sie über Netzwerke, Austausch und gezielte Impulse Frauen für das Thema begeistern konnten. Sie zeigen, wie sich Unsicherheit in Neugier verwandeln lässt – und wie man mit niederschwelligen Einstiegen, klaren Beispielen und etwas Geduld einen echten Kulturwandel anstoßen kann.
Auch Banken, die bislang kaum mit KI gearbeitet haben, haben hier die Chance, diesen Wandel aktiv mitzugestalten – nicht mit Druck, sondern mit Einladung.
Fazit: KI braucht weibliche Perspektiven
Am Ende stellt sich nicht nur die Frage, wie Frauen KI nutzen können, sondern was passiert, wenn sie es nicht tun. Wenn weibliche Perspektiven fehlen, entstehen Systeme, die bestehende Ungleichheiten verfestigen. Wenn Frauen jedoch mitreden, mitdenken und mitentwickeln, profitieren am Ende alle – technologisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Die Zeit zum Handeln ist jetzt: Es geht darum, Chancen sichtbar zu machen, Unsicherheiten ernst zu nehmen und neue Wege zu gehen – gemeinsam.
Unsere Podcast-Folge bietet viele Denkanstöße, Erfahrungen und konkrete Impulse dafür. Reinhören lohnt sich.
